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Ganz erfüllt von Dunkelheit,
ward die Nacht in Teilen und zur Gänze nun
in mir zur Bestiengestalt voll klammernder Kälte
vergessen all was meine Seele befreit
Nur das eine kann sie erhellen
den Leib und den Geist berauschen im Licht
hinfort mich reißen
so dass ich, von der Finsternis abgewandt
und im Scheine deines Antlitz
gewahr der Vollkommenheit werde,
die sich in deinen Augen bricht.
Scheint nicht sogar das Firmament
nun in trübem Grau sich zu erstrecken
Das Gestirn mit Blindheit geschlagen
und totengleich verblasst
beschämt von seinem eig'nem Hochmut
will selbst der Hellste sein' vermeintlich Glanz bedecken
wenn er sich verneigt vor der einen, die glanzvoller strahlt
Gar still und umschlungen
von den kalten Fesseln der Dunkelheit
so lag ich einst
Bereit für den Sturz in den ewigen Schlund
Sehe, sehe wie tief jener Abgrund ist
aus dem du mich befreit
nur mit dem Licht, das dich umgab
So erkenn' ich fortan die Demut
in der sich Sonn' und Sterne ergehen
Heb ich mein Haupt und schau zu dir auf
so tun sie es mir gleich
Ach, was würd ich mein Leben geben
Nur, um noch einmal dies Licht zu sehen.
 
 
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Auf Rosenblüten glitzernd der Tau
Wie einer Vielzahl Sterne Licht
Perlst Du wie Honig auf meinen Lippen,
ins Herz brennt sich Dein Angesicht
 
 
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Ergeh ich mich in heissem Flehen
dahinschmelzend und verfallen
Dem Anmut deines Tanzes
Wenn Deine goldenen Strähnen im Sommerwind wehen
 
Was gäb ich, könnt ich mit den Händen erreichen
Was meinen Blick nun streift
So würden sie über das Bildnis streichen
Bis dass mein Will' dem Begehren weicht
 
 
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Will die Zeit nicht mehr fließen
Ist wie zu Stein erstarrt
So träge jeder Augenblick
Scheinst ewig entfernt
Und nur eines Trugbildes gleich
Als hätt' im Geiste ein Traum mich genarrt
 
 
 
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Mit kühler Zunge zieh ich die Feuerspur
Leg sie auf Deine brennende Haut
Lodernd soll sie finden die verborg'ne Glut
und Dich in den Wirbel entreißen
den Dein Blick nun schaut
 
 
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Soll niemand Dich Deiner Gedanken berauben?
Die geträumte Reise in den Nachtwald nicht sehen?
Willst Du mir die Nähe zu Dir doch erlauben
So könnt' ich vor Verlangen zergehen
Lässt in Versuchung die Träume du ziehen
Und die Welt um Dich zu Schatten zerfallen
Gibst nach
Lässt das Beben nicht einfach verhallen
und lässt Dein Begehren tief in dir erglühen
 
 
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Ist dies Dein wahres Antlitz,
kühl und entfernt?
Oder verhüllte es nur, was darunter brennt?
Im Verborgenen schweigst du,
Wagst nicht, in den Spiegel zu sehen,
der zeigt, welch Bilder dein Geist insgeheim malt.

 

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Mit Fieber hast du mich erfüllt
Es lässt mich zittern und mich nach Kühle sehnen
Und doch bist auch du es
das Brennen selbst
Und die, die es zu besänftigten vermag
Ist ein Hauch deiner Lippen nicht die Erlösung?
Deine Berührung nicht gleich einer Heilung,
die nur wieder neues Fieber entfacht
So will ich es dir schenken,
zurückgeben und selbst dein Balsam sein
Ein ums andere Mal.

 

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Spürst du meiner Hände Zittern
Wollen sich auf dich legen
Doch wagen sie es nicht
das Feuer zu berühren,
das in dir schwelt.

 

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Heut nichts vom Liebespfeil, von Amors Schlingen!
Frisch sei der Kranz, den unsre Liebe flicht,
Und statt vom Musenquell ein Tröpfchen nur
Aus einem goldnen Fingerhut zu schlürfen,
Soll unsre Seele heut sich tränken dürfen
Vom großen, breiten Strome der Natur!

aus "Cyrano de Bergerac", Edmond Rostand

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Wenn Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter; gebt mir im Übermaß davon.

Orsino, 1. Akt, 1. Szene, William Shakespeare

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Lass mich auf deiner Schwanenbrust
Die oft versagte Liebeslust
Hier zwischen Furcht und Scham genießen
Und lass mich tausend tausendmal
Nach deiner güldnen Haare Zahl
Die geisterreichen Lippen küssen.
Lass mich den Ausbund deiner Pracht
Der Samt und Rosen nichtig macht
Mit meiner schlechten Haut bedecken
Und wenn du deine Lenden rührst
Und deinen Schoß gen Himmel führst
Sich zuckersüße Lust erwecken.
 
aus: An Lauretten, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
 

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Jetzt aber wär' es Kränkung dieser Nacht
Und all der Düfte, die ringsum erwacht,
Zu sprechen, wie gezierte Dichter schreiben.  
Ein einz'ger Blick empor zu den Gestirnen  
Und unser künstlich Feuerwerk verschwand.
Ich fürchte, daß in unsern zarten Hirnen
Von ehrlichem Gefühl nichts übrigbliebe,
Wenn wir uns beugten vor so leerem Tand;
Denn feinste Feinheit wird zur kleinsten Kleinheit.

aus "Cyrano de Bergerac", Edmond Rostand

 

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Ich liebe dich, bin toll, verrückt, von Sinnen;
Zum Glockenspiele machtest du mein Herz,
Und weil es bebt in Sehnsucht und Frohlocken,
Drum tönt dein Name laut von allen Glocken.
Nichts, was die Liebste tut, kann mir entrinnen:
Du trugst vergangnes Jahr am neunten März
Anders dein Haar geordnet als am achten.
Entschwindet mir's, dann scheint der Tag zu nachten,
Wer sich zu lang der Sonne zugewendet,
Der sieht ein goldnes Rund an allen Ecken,
Und ich, von deiner Locken Glanz geblendet,
Gewahre, von dir fern, rings blonde Flecken.

aus "Cyrano de Bergerac", Edmond Rostand

 

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